Das Unternehmen Brockhoff & Partner wird in diesem Jahr 33 Jahre alt. Eine Schnapszahl. Fühlen Sie sich nach so langer Zeit in der Immobilienbranche vom Erfolg „beschwipst“, Herr Brockhoff? 

33 Jahre sind tatsächlich eine lange Zeit. Darunter waren bessere und schlechtere Jahre. Die große Mehrheit zum Glück besser. Brockhoff hat den Markt seit über drei Jahrzehnten aufgebaut und ist zum Makler der Konzerne geworden. Allein unser OFFICE-Team hat im Jahr 2018 rund 45% des gesamten Büroflächenumsatzes in Essen betreut. Mir ist kein anderer Makler bekannt, der seinen Wettbewerbern so deutlich voraus ist.

Aber vom „Erfolg beschwipst“? Nein, so fühle ich mich nicht. Dazu habe ich auch keine Zeit. Um erfolgreich am Immobilienmarkt bestehen zu können, kann ich mich nicht auf den Erfolgen meiner Firma ausruhen. Im Gegenteil, wir erfinden uns ständig neu. Erst vor gut drei Jahren habe ich die neue Struktur OFFICE, RETAIL und INVEST eingeführt, um unseren Kunden einen noch passgenaueren Service anbieten zu können. Mittlerweile ist zusätzlich zu OFFICE der Bereich LOGISTICS entstanden, sodass wir auch auf diesem Themengebiet erfahrene Spezialisten und Young Professionals erfolgreich in unser Team integriert haben.

Überhaupt ist ein gutes Team das A und O unternehmerischen Erfolgs. Das Arbeitsumfeld muss passen, damit sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wohl fühlen und motiviert an ihre Aufgaben gehen. Dass wir bei Brockhoff einiges richtig machen, zeigen auch unsere Bewertungen auf dem Online-Portal Kununu, wo wir eine Weiterempfehlungsrate von 100% haben. Das macht mich auch ganz persönlich stolz.

Welche Pläne haben Sie für das Jahr 2019?

Im letzten Jahr haben wir viel in die Ausstattung eines modernen Büroumfelds investiert. Neue Server, schnellere Internetverbindung, mobile Ausstattung der Arbeitsplätze und ein neuer Fuhrpark zählen zu den größten Investitionen. Auf der nun geschaffenen Basis soll eine neue Organisation von Brockhoff entstehen. Mehr als die Hälfte meines Lebens bin ich mit der Firma Brockhoff verwachsen. So soll es im Grunde auch weiter bleiben. Nach der klassischen Empowerment-Strategie habe ich aber vor, eine Geschäftsleiter-Ebene zu installieren und dieser mehr Verantwortung zu übertragen. Auf der anderen Seite werde ich einen Beirat einberufen, der der neuen, jungen Führungsriege mit entsprechender Erfahrung den nötigen Support bietet. So möchte ich meiner Familie und mir mehr Zeit und Raum schaffen. Einfach mal das Handy in der Schublade liegen lassen und einem Hobby nachgehen oder mehr in den Urlaub fahren.

Geschäftsleiter-Ebene und Beirat. Klingt nach einer wohldurchdachten Organisation, die Erfolg verspricht. 

Natürlich habe ich mir das nicht spontan überlegt. Dieser Gedanke ist über Jahre gewachsen. Ursprünglich wollte ich Brockhoff & Partner an meine zwei Töchter Kristina und Sonja übertragen. Doch beide sind in den letzten Jahren stolze Mütter von gesunden Kindern geworden. Das nächste Enkelchen ist schon auf dem Weg. In absehbarer Zeit haben die beiden daher keine Zeit, um die Firma zu leiten. Das verstehe ich. Die neue Organisation mit Geschäftsleiterrunde und Beirat hält uns für Jahre alle Wege offen, denn auch meine Frau wird nicht in die Geschäftsführung zurückkehren. Unser gemeinsamer Sohn ist mit acht Jahren auch noch klein und braucht sie. Abgesehen davon führt sie mit mir zusammen die Brockhoff OBJEKT und geht ihrer Honorarprofessur nach. Die Betreuung ihres eigenen Immobilienbestandes nimmt auch immer mehr Zeit in Anspruch, da er mittlerweile auf eine beachtliche Größe angewachsen ist. Kurz- bis mittelfristig ist eine familiäre Übergabe des Staffelstabs daher ausgeschlossen.

Wissen Sie heute schon, wie die Geschäftsleiter-Ebene bzw. der Beirat besetzt sein und wann sie ihre Arbeit aufnehmen werden?

Die Geschäftsleiter-Ebene steht fest. Die meisten Kollegen sind „alte Bekannte“ und zum Teil viele Jahre bei uns im Haus tätig. Tobias Altenbeck (OFFICE), Oliver Fritz (LOGISTICS) und Bert Pfeffer (RETAIL) sind alle Experten in ihren Bereichen und verfügen über das notwendige operative Know-how. Ich freue mich, dass ich Julia Winteroth ebenfalls für eine neue Aufgabe bei uns im Haus begeistern konnte. Sie wird sich in der Geschäftsleiterrunde stärker auf Vermarktungsthemen konzentrieren. Alexej Burgardt ist im Februar zu uns gekommen und wird diesen Kreis als Kaufmännischer Leiter komplettieren.

Auch in der Organisation und Einberufung des Beirats bin ich weit. Ganz vollständig ist dieser jedoch noch nicht. Dieser wird den jungen Führungskräften mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Was werden Sie dann noch verantworten, Herr Brockhoff?

Na ja, es wird schon noch was für mich übrigbleiben. Ganz zur Ruhe setzen möchte ich mich noch nicht. Dafür bin ich ja doch noch zu jung. Ich werde weiterhin den Bereich INVEST leiten und mich vor allem auf die Betreuung der Schlüsselkunden fokussieren. Außerdem werden die strategische Ausrichtung des Unternehmens und die Öffentlichkeitsarbeit in meiner direkten Zuständigkeit verbleiben.