Ruhrgebietsstädte müssen Luft zum Atmen und Investieren haben

  • Schuldenberge erdrücken die Handlungsfähigkeit der Revier-Kommunen
  • Hebesätze für Gewerbesteuern müssen reduziert werden
  • Anhebung der Grundsteuer falsches Signal

(Essen, 10.10.2019). Sie ist seit langem die beste Nachricht für das Ruhrgebiet: Der Bund beschäftigt sich konkret damit, die Hälfte der Schuldenberge der Revier-Städte zu übernehmen. Nach Meinung von Immobilienmakler Eckhard Brockhoff müsste der Tag, an dem das Geld verbindlich zugesichert wird, zum „Feiertag im Ruhrgebiet“ ausgerufen werden.

„Nur, wenn die Ruhrgebietsstädte nicht mehr von ihren Schuldenbergen erdrückt werden und sie wieder Luft zum Atmen haben, können neue Gewerbegebiete erschlossen und Firmen aus anderen deutschen Regionen und dem Ausland angeworben werden,“ erklärt Eckhard Brockhoff, geschäftsführender Gesellschafter von Brockhoff & Partner, dem Immobilienmarktführer im Ruhrgebiet.

Um die Städte der Metropolregion attraktiv zu halten, sollte man zudem über ergänzende Maßnahmen nachdenken. Die beabsichtigte Erhöhung der Gewerbesteuer in Mülheim ist ein Schritt in die falsche Richtung. Die Gewerbesteuer sollte in den Ruhrgebietsstädten merklich reduziert werden, um Unternehmen anzulocken. „Wenn die Metropole Ruhr die niedrigsten Hebesätze in ganz Deutschland hätte, würden sich denkbar mehr Unternehmen und Investoren für die Region interessieren und sich hier niederlassen,“ zeigt sich der Immobilienmakler Eckhard Brockhoff überzeugt.

Die Stadt Monheim am Rhein hat im Jahr 2012 die Gewerbesteuer auf 300€ reduziert und im selben Zuge neue Gewerbeflächen ausgewiesen. Investoren und Unternehmen haben dies als Einladung angenommen, sich in der Stadt anzusiedeln. In der Folge wird die Haushaltskasse nun von vielen Unternehmen unterschiedlichster Branchen gut gefüllt und Monheim ist schuldenfrei.

Auch wirkt die Anhebung der Grundsteuer einer Ansiedlung von Immobilieninvestoren entgegen.

Investitionen in die Infrastruktur, besonders in Verkehr und IT, sind dringend notwendig, um die Attraktivität des Standorts Ruhrgebiet zu erhöhen.

„Ich würde es sehr begrüßen, wenn es auch tragbare Lösungen für die dann noch verbleibenden Schulden der Kommunen geben wird, damit das Ruhrgebiet den wirtschaftlichen Anschluss nicht verpasst,“ so Brockhoff.